Das EU-Reifenlabel
Seit 2012 gibt es das EU-Reifenlabel, mit welchem jeder Reifen im Handel ausgezeichnet werden muss.
Ziel des Labels ist mehr Sicherheit, Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit im Straßenverkehr durch die Förderung der kraftstoffsparenden, sicheren und leisen Reifen.
Das Reifenlabel bildet 3 wichtige Eigenschaften eines Reifens ab. Über 15 Kriterien beschreiben aber das komplette Leistungsniveau eines Reifens. Nutzen Sie das Label deshalb als erste Orientierung bei der Wahl Ihres zukünftigen, neuen Reifens. Unterstützend dazu ist es ratsam, sich durch die Beratung eines Pneuhage-Fachmanns und/oder das Lesen eines Reifentests ein komplettes Bild vom Reifen zu machen.
Übrigens: im Mai 2021 wurde das EU-Reifenlabel angepasst. Weitere Infos dazu finden Sie unten.
Welche Reifen sind Kennzeichnungspflichtig?
Die Kennzeichnungspflicht gilt generell für alle Neureifen für PKW, LLKW/Transporter, LKW und Busse, die nach dem 01.07.2012 hergestellt werden.
DIE VORSCHRIFT GILT NICHT FÜR:
Motorradreifen
Runderneuerte Reifen
Rennreifen
Geländereifen für den gewerblichen Einsatz (bspw. SUV / Offroad-Spezialreifen mit sehr hoher Haftung)
Bespikte Reifen (bespikebare Reifen, die ohne Spikes geliefert werden, unterliegen hingegen der Kennzeichnungspflicht)
Notreifen des Typs T
Oldtimerreifen (Fahrzeuge mit Erstzulassung vor dem 1. Oktober 1990)
Reifen mit Speedindex unter 80 km/h
Reifen für Felgen mit einem Nenndurchmesser ≤ 254 mm (Nenndurchmesser 10) oder ≥ 635 mm (Nenndurchmesser 25)
Das neue Reifenlabel 2021 - was hat sich verändert?
Das neue EU-Reifenlabel ist gültig ab Mai 2021und bringt einige Anpassungen und Erneuerungen mit sich.
Das sind die Anpassungen des ab Mai gültigen EU-Reifenlabels:
QR-Code mit Zugang zur EU-Produktdatenbank
Marke des Lieferanten
Reifentypkennung (Artikelnummer)
Reifengröße, Lastindex, Geschwindigkeitsindx, Reifenklasse
Schneegriffigkeit-Icon: 3PMSF
Eisgriffigkeit-Icon
Effizienzklassen von A-E (Anstatt A-G)
Bewertungskriterien des EU-Reifenlabels
Kraftstoffeffizienz (Rollwiderstand)
Der Rollwiderstand ist ein wesentlicher Faktor für die Kraftstoffeffizienz. Der Unterschied in der Kraftstoffeffizienz für ein komplett ausgerüstetes Fahrzeug zwischen den Effizienzklassen A und E kann bei bis zu 7,5%(1) liegen.
Nasshaftung
Hier wird die Bremsleistung des Reifens auf nasser Fahrbahn bewertet. Angenommen, ein PKW fährt mit 80km/h, so kann dies eine Verkürzung des Bremsweges von bis zu 18 m bedeuten.
Schneegriffigkeit, Wintereigenschaft
Reifen, die mit dem „Schneeflocken oder Alpine Symbol“ (im engl. 3 Peak Mountain Snow Flake, kurz „3PMSF“-Symbol) gekennzeichnet sind, müssen ein bestimmtes Brems- oder Traktionsvermögen auf einer verfestigten Schneedecke im Vergleich zu einem standardisierten Referenz- Vergleichsreifen (einem sog. „SRTT“ = Standard Reference Test Tyre) aufweisen.
Externes Rollgeräusch
Das externe Rollgeräusch wird in die Kategorien A,b und C eingeteilt und gibt an, wie laut der Reifen während der Fahrt ist.
A: Der Geräuschpegel des Reifens unterschreitet den bis 2016 gültigen EU-Grenzwert um mindestens drei Dezibel.
B: Die Klassifizierung „B“ bedeutet, dass das externe
Rollgeräusch des Reifens den bis 2016 geltenden
EU-Grenzwert um bis zu 3 dB unterschreitet oder
diesem entspricht.
C: Die Klassifizierung „C“ bleibt leer, da dabei der vorgegebene, aktuelle Grenzwert der Typengenehmigungs-
Vorschriften überschritten wird.
Eisgriffigkeit
Für PKW Winterreifen (Klasse C1), die speziell für den Einsatz auf vereisten Straßen in Nord- Europa ausgelegt sind, wird hier eine gewisse „Mindestgriffigkeit“ auf Eis bestätigt. Dies wird unter anderem auch durch spezielle Gummimischungen (sog. Soft-Compounds) erreicht. Solche Reifen sind in der Regel nicht für Einsätze außerhalb von Nord-Europa bestimmt.