Reifenlexikon R

Radialreifen

Bei Radialreifen sind die Cordfäden im 90° Winkel zur Laufrichtung angeordnet. Im Gegensatz dazu gibt es Diagonalreifen, bei denen die Cordfäden der einzelnen Lagen schräg zur Fahrtrichtung angeordnet sind.

Radlast

Die Radlast bezeichnet das Gewicht von Fahrzeug und Ladung pro Reifen. Die maximale Radlast kann anhand der Tragfähigkeitskennziffer, die auf der Flanke des Reifens zu finden ist, ermittelt werden.

Regroovable

Regroovable bedeutet "nachschneidbar". Reifen dürfen nur nachgeschnitten werden, wenn sie auf der Seitenwand die Zusatzkennzeichnung "Regroovable" tragen.

Reibbeiwert

Der Reibbeiwert oder Reibwert (Faktor µ) definiert die Haftung des Reifens auf der Straße. Dieser hängt maßgeblich von der Fahrbahnbeschaffenheit, dem Fahrbahnzustand, der Profilgestaltung, dem Karkassaufbau, der Fahrgeschwindigkeit, der Bodendruckverteilung, der Temperatur und von der Laufflächenmischung ab.

Reibung

Reibung entsteht beim alltäglichen Fahren und Bremsen mit dem Auto innerhalb der Kontaktfläche zwischen Reifen und Fahrbahn. Das Ausmaß der Reibung hängt maßgeblich von der Fahrbahnbeschaffenheit, der Fahrgeschwindigkeit, der Bodendruckverteilung, der Temperatur und von den Eigenschaften des Reifens ab. Reibung ist die Ursache für den Reifenabrieb, den Verschleiß.

Reifenbezeichnung

Rein rechtliche Anforderungen sind ein Typgenehmigungszeichen auf der Seitenwand des Reifens und eine Mindestprofiltiefe von 1,6 mm. Wer noch einen alten Kfz-Schein hat, sieht die auf dem Fahrzeug erlaubten Reifengrößen unter Ziffer 20 bis 23, bzw. als zusätzlich oder nachträgliche Eintragung unter Ziffer 33. Die neue Zulassungsbescheinigung, die seit 1. Oktober 2005 gilt, nennt unter Punkt 15.1 und 15.2 nur noch eine von möglicherweise mehreren erlaubten Größen. In diesem Fall helfen wir Ihnen in einer unserer Pneuhage Filialen gern, sich darüber Klarheit zu verschaffen, welche weiteren Reifengrößen auf dem Auto gefahren werden dürfen. In jedem Fall kommt es auf die komplette Bezeichnung an. Auf der nächsten Seite finden Sie beispielhaft die Entschlüsselung der Angaben einer Reifenbezeichnung.

 

205Reifenbreite in mm
55Verhältnis von Reifenbreite zu Reifenhöhe in Prozent
RReifenbauweise (R=Radial)
16Innendurchmesser in Zoll
91Indexzahl für die Tragfähigkeit pro Reifen (91=615kg)
VIndexbuchstabe für die max. mögliche Geschwindigkeit dieses Reifens (V=240 km/h)

 

 

 

Reifenbezeichnung
Beispielgröße: 205/55 R16 91V

Reifenalter ( vgl. Alterung )

Wie alt ein Reifen ist, lässt sich anhand der letzten Ziffern hinter der auf der Flanke angebrachten DOT-Nummer ablesen. Dabei handelt es sich bei den ersten zwei Ziffern um die Produktionswoche und bei den letzten zwei Ziffern um das Produktionsjahr (WWJJ). So bedeutet beispielsweise "2403", dass ein Reifen in der 24. Woche des Jahres 2003 hergestellt wurde. Reifen altern aufgrund physikalischer und chemischer Prozesse, beispielsweise durch Witterungseinflüsse wie UV-Licht, Feuchtigkeit, sowie extrem hohen oder niedrigen Temperaturen. Dadurch verändern sich Elastizität und Haftfähigkeit des Reifens. Das gilt auch für nicht oder wenig benutzte Reifen. Um diesem Prozess entgegenzuwirken, werden dem Material Substanzen zugegeben, die den Alterungsprozess stark verlangsamen. Damit ist gewährleistet, dass auch ein, mehrere Jahre (maximal 5 Jahre) sachgemäß gelagerter Reifen der Spezifikation eines Neureifens entspricht und in seiner Verwendungstauglichkeit nicht beeinträchtigt ist. Auch Pneuhage empfiehlt: Alle 10 Jahre sind Reifen zu ersetzten, bei Fahrzeugen mit längeren Standzeiten, beispielsweise Wohnwägen, Anhänger oder anderen Standfahrtzeugen, bereits nach 6 Jahren.

Die Reifenhersteller nehmen verbindlich zum Reifenalter in den entsprechenden wdk*-Leitlinien Nr. 90 (Pkw) und Nr. 91 (Motorrad) Stellung:

„…es wird empfohlen, Reifen, die älter als 10 Jahre sind, nur noch zu benutzen, wenn sie vorher ständig unter normalen Bedingungen im Einsatz waren. Diese Reifen sollten also nicht mehr umgesteckt, sondern nur noch im laufenden Betrieb abgefahren werden. Besonders stark altern Reifen an Wohnwagen. Es wird empfohlen, die Reifen schon bei einem Alter von 6 Jahren, spätestens aber nach 8 Jahren zu ersetzen.“

Und: „Reifen altern aufgrund physikalischer und chemischer Prozesse. Das gilt auch für nicht oder wenig benutzte Reifen.“

 

*Der wdk (Wirtschaftverband der Deutschen Kautschukindustrie e.V) ist die Organisation der deutschen Hersteller von Bereifungen und Technischen Elastomer-Erzeugnissen. Über 40 wesentliche Zulieferunternehmen der Kautschuk verarbeitenden Industrie sind dem wdk zusätzlich als außerordentliche Mitglieder angeschlossen, er repräsentiert, gemessen am Branchenumsatz, ca. 85 % der deutschen Kautschukindustrie. Die vom wdk herausgegebnen Leitlinien bilden in der Regel die Grundlage für Sachverständigengutachten zum Thema Reifen und Reifensicherheit.

Reifendruck

Der Reifendruck beeinflusst unmittelbar wichtige Faktoren wie Fahrsicherheit, Spritverbrauch und Reifenverschleiß. Aufgrund von Diffusion durch die Seitenwand verliert ein Reifen stets etwas Luft. Obwohl der Anteil verschwindend gering ist, summiert sich der Luftverlust im Laufe der Zeit auf ein gefährliches Maß. Die Folgen: Seitenführungskräfte im Reifen stehen nicht mehr ausreichend zur Verfügung, das Fahrzeug reagiert verzögert auf Lenkbewegungen, Geradeauslauf und Bremsweg verschlechtern sich. Das wirkliche Ausmaß dieser Mängel wird zumeist erst in Gefahrenzonen deutlich, wenn die Gesamtheit der Fahreigenschaften erforderlich ist, um das Fahrzeug sicher zu steuern. Ist ein Reifen mit zu wenig Luft befüllt, vergrößert sich die Aufstandsfläche, wobei die Druckverteilung der Radlast stark auf die äußeren Ränder verteilt und in der Mitte der Fläche verringert wird. Aufgrund der unterschiedlichen Kräfteverteilung entsteht, abhängig von Geschwindigkeit und Gewicht des Fahrzeugs, eine mitunter starke Walkbewegung mit Wärmeentwicklungen von über 150°C. Im schlimmsten Fall überhitzt das Material im Schulterbereich, der Unterbau verliert seine Festigkeit, es lösen sich Teile von Lauffläche und Gürtel ab. Bereits 0,2 bar Minderdruck verringert die Lebensdauer eines Reifens um etwa 15%, 0,6 bar Minderdruck um immerhin 45%. Darüber hinaus wird durch die höhere Walkarbeit der Rollwiderstand erhöht, was zwangsläufig den Kraftstoffverbrauch steigert. Der Luftdruck sollte immer bei kalten Reifen geprüft werden, da er durch die Erwärmung des Reifens um bis zu 0,5 bar ansteigt. Angaben zum richtigen Reifendruck findet man in der Tankklappe, am Türholm, in der Betriebsanleitung des Fahrzeugs oder beim Reifenfachhändler, wie bspw. Pneuhage Reifendienste. Über den "normalen" Luftverlust hinaus gibt es auch Ursachen für einen verstärkten Luftverlust im Reifen. Eingefahrene Gegenstände in der Lauffläche, Verletzung der Seitenwand oder ein defektes Ventil können bei hohen Belastungen zum Totalschaden des Reifens führen. Schmutz, Staub und Feuchtigkeit können die Funktionsweise des Ventils beeinträchtigen, daher ist immer darauf zu achten, dass das Ventilkäppchen fest angeschraubt ist. Beschädigungen am Reifen oder am Ventil können jedoch auch damit nicht ausgeschlossen und vor allem nicht kompensiert werden. Die sicherste Methode ist die regelmäßige manuelle Überprüfung des Luftdrucks an der Tankstelle oder bei Ihrem Pneuhage-Partner. Seit einigen Jahren werden auch speziell dichtende Gase (siehe bspw. Pneufill Reifengas) als Reifenfüllungen angeboten. Das spezielle Reifengas entweicht erheblich langsamer aus dem Reifen als Luft. So bleibt der Druck über einen längeren Zeitraum konstant. Nicht zu vergessen ist dabei das Ersatzrad, das man gelegentlich kontrollieren sollte. Hierbei sollte der Reifendruck um 0,5 bar höher sein als beim Gebrauchsreifen. Der Wert kann im Bedarfsfall einfach auf den jeweils benötigten Wert abgesenkt werden, nachträgliches Aufpumpen hingegen ist nicht einfach möglich.

Reifenschulter

Sie ist der Übergang von der Lauffläche zur Flanke und übernimmt die Kurvenkräfte. Ist die Schulter stark abgerieben, sind das meist Symptome von Überlastung, Unterluftdruck und/oder Sturzfehler.

Retread

Retread bedeutet "runderneuert". Bei einem runderneuerten Reifen wird ein "R" beziehungsweise "Retread" auf der Seitenwand vermerkt.

Rollwiderstand

Er entsteht durch die Verformung des Reifens dort, wo er Kontakt mit der Fahrbahn hat, also durch das Walken des Gummis in der Aufstandsfläche. Die hier zu leistende "Verformungsarbeit" schluckt Energie und wirkt bremsend. Der Rollwiderstand ist umso größer, je kleiner der Reifenradius und je größer die Formänderungsarbeit ist. Er steigt also mit zunehmender Belastung, zunehmender Fahrgeschwindigkeit und abnehmendem Reifenluftdruck.

Run-Flat-Tire

„Run-Flat-Tire“ ist die fachspezifische Bezeichnung von Reifen mit Notlaufeigenschaften. Verliert ein herkömmlicher Reifen Luft, beginnt er zu walken, er wird platt und durch die Hitzeentwicklung ist er nach kürzester Zeit völlig zerstört. Reifen mit Notlaufeigenschaften sollen dies verhindern. Bei der Verwendung von Notlaufreifen schreiben die Hersteller den Betrieb eines Reifendruck-Kontrollsystems vor, denn aufgrund der guten Fahreigenschaften trotz Luftverlustes ist es durchaus möglich, das der Autofahrer den Defekt am Reifen gar nicht bemerkt. Unsere Pneuhage-Servicetechniker sind in Sachen Run-Flat-Reifen und Reifendruckkontrollsysteme stets auf dem aktuellen Stand.

Runderneuerung

Bei der Runderneuerung wird der Reifenunterbau - die Karkasse - wieder verwendet, die Lauffläche wird erneuert. Dabei wird ein Laufstreifen auf die alte Karkasse aufgebracht, vulkanisiert und es entsteht ein fast neuer, voll funktionsfähiger Reifen, dessen Eigenschaften allerdings maßgeblich von der Qualität der gebrauchten Karkasse und der sorgfältigen Verarbeitung abhängt. 

Reifenreparatur

Eine Reifenreparatur kann manchmal eine sinnvolle Alternative zu einem neuen Reifen sein. Sie darf jedoch nur von einem Spezialisten, dem sogenannten Vulkaniseur, durchgeführt werden. Nur dieser kann fachkundig beurteilen, ob es sich wirtschaftlich und sicherheitstechnisch für Sie lohnt, Ihren Reifen reparieren zu lassen. Denn nach der Reifenreparatur muss der Pneu wieder voll einsetzbar sein und den Spezifikationen vor der Beschädigung entsprechen. Grundsätzlich ist eine Reifenreparatur dann möglich, wenn der Schaden begrenzt ist und ein bestimmtes Ausmaß, das vom Vulkaniseur begutachtet wird, nicht überschreitet. Beim PKW können Fachleute die meisten Reifen reparieren, deren Stichverletzung in der Lauffläche nicht größer als 6 mm ist. Eine Reifenreparatur beim Motorrad kommt dann in Frage, wenn der mittlere Bereich der Lauffläche eine Stichverletzung bis zu 6 mm Ausdehnung aufweist.

Wenn unter diesen Voraussetzungen der beschädigte Reifen schnell entdeckt und „aus dem Verkehr gezogen“ wird, er bis dato nicht provisorisch notrepariert wurde oder Sie keinen adäquaten Ersatzreifen beschaffen können, weil Sie sich z. B. im Ausland befinden, kann eine Reifenreparatur erfolgen. Einen beschädigten Reifen reparieren zu lassen ist vor allem dann empfehlenswert, wenn er vor der Beschädigung noch nicht lange im Einsatz war und seine Laufleistung entsprechend gering ist. Oder wenn aufgrund des beschädigten Reifens auch der zweite Pneu auf der betroffenen Achse ersetzt werden muss (z. B. bei indirekten Reifendrucküberwachsungssystemen mit Raddrehzahlsensoren).

Gemäß den Punkten „Die Beurteilung von Luftschäden an Reifen“ und „Die Instandsetzung von Luftreifen“ aus der Richtlinie 6 der § 36 der StVZO kann jede Reifenart einer Reifenreparatur unterzogen werden. Die Reifenhersteller entscheiden selbst, ob sie bestimmte Produkte ganz von der Reifenreparatur ausschließen oder sie unter bestimmten Vorgaben erlauben. Ihr Vulkaniseur bei Pneuhage berät Sie gerne, wenn Sie Ihren beschädigten Reifen reparieren lassen möchten.

HILFE ?
Sie benötigen Hilfe?
Ihr Pneuhage Experte hilft Ihnen weiter.
0721 6188-203
Nutzen Sie unseren Rückruf-Service.
Wann möchten Sie zurückgerufen werden?
Vielen Dank!
Wir rufen Sie in Kürze zurück.
Sollte Ihre Anfrage außerhalb unserer
Service-Zeiten (Mo-Fr 8-19 Uhr, Sa 9-16 Uhr)
bei uns eingegangen sein, erfolgt der Rückruf
am nächsten Werktag.